Design Transfer
Graz Leuchte
Die Creative Industries Styria hat im Auftrag der Ecoworld LCL GmbH einen geladenen Wettbewerb ausgeschrieben, mit dem Ziel, eine Straßenleuchte mit Graz-Bezug zu entwickeln, die in der Steiermark produziert werden kann und international marktfähig ist.
© Miriam Raneburger

Die Ecoworld LCL GmbH beschäftigt sich mit der Entwicklung und Konstruktion von LED- Beleuchtungskörpern. Dazu zählen auch Straßen- und Industriebeleuchtungen, die sukzessive auf LED umgestellt werden. Die Creative Industries Styria hat im Auftrag der Ecoworld LCL GmbH einen geladenen Wettbewerb ausgeschrieben, mit dem Ziel, eine Straßenleuchte mit Graz-Bezug zu entwickeln, die in der Steiermark produziert werden kann und international marktfähig ist. Das Unternehmen erweitert dadurch sein Produktfolio um ein serienfähiges Produkt und nutzt Design als wettbewerbsentscheidendes Gestaltungsinstrument.

Alle Entwürfe wurden im designforum Steiermark in der Ausstellung Showcase 2018 neben weiteren Design Transfer Projekten präsentiert.

zweithaler
Die Silhouette des Entwurfs mit dem Namen Pik As entsteht durch den modularen Aufbau der Leuchte und durch die Nutzung der Kühlrippen als Vogelabwehr. Das mittige Herzstück umfasst das Netzteil und kann an Masten montiert werden. Abhängig von der gewünschten Gesamtleistung werden zu beiden Seiten symmetrisch Plug&Play-Module addiert, wodurch ein Leistungsbereich von ca. 32 bis 160 Watt abgedeckt werden kann. So werden durch wenige Bauteile alle urbanen Einsatzgebiete abgedeckt. Die Kühlrippen sichern einen effizienten Betrieb der LED-Platinen, die durch ihre spitze Ausformung das Nisten der Vögel verhindern und damit die Lebensdauer der Leuchtmittel steigern.

Thomas Feichtner Studio 
Der erste Entwurf von Thomas Feichtner greift zwei identitätsstiftende Merkmale von Graz auf: die ikonographische Architektur des Kunsthaus Graz und die des Uhrturms. Ähnlich wie beim Kunsthaus die Lichtschächte das Licht von oben einfangen, geben die einzelnen LED-Elemente auf der Leuchte ihr Licht in unterschiedlichen Winkeln ab. Das reduziert den Laternenmast auf ein Minimum und macht den Einsatz des Leuchtmittels individueller und effektiver. Das zweite Konzept basiert auf der Idee eines Galeriespots, der die ganze Stadt zur Designgalerie macht. Die Spots haben die Form einer Dachschräge, abgeleitet aus der Silhouette des Grazer Uhrturms.

GEORG WANKER Industrial Design
Das Designkonzept von Georg Wanker rückt die praktische Funktion und die technische Einfachheit ins Zentrum. Ziel war es, eine Straßenleuchte für den Alltag zu entwickeln, die mit moderner Technik und aktuellen Fertigungsmethoden günstig zu produzieren ist. Als Peitschenleuchte konzipiert, verzichtet sie komplett auf ein Gelenk zum Einstellen des Abstrahlwinkels. Stattdessen kommt ein mit dem Hauptrahmen mitausgeformter „Biegebereich“ zum Einsatz. Der Abstrahlwinkel wird nur einmal bei der Montage eingestellt und bleibt dann auf dieser Position. Das Ergebnis: eine Leuchte, die wieder 30 Jahre funktioniert und möglichst zeitlos ihren Dienst am Straßenrand versieht.

Johannes Scherr Design
Die Leuchtenserie WING des Grazer Designers Johannes Scherr ist inspiriert von der „Grazer Schule“ der Architektur. Insbesondere das markante, spitzzulaufende Vordach der Grazer Stadthalle, entworfen von Architekt Klaus Kada, war gestalterischer Ursprung der Leuchten-Grundform. Wesentlich für die Entwicklung waren auch ein einfacher Herstellungsprozess und hohe Flexibilität für unterschiedliche Dimensionen der Leuchten. Die Außenform der Leuchte besteht aus einem Band aus dünnen Aluminiumplatten. Die optisch markante, geriffelte Innenform aus extrudiertem Aluminium dient zusätzlich als Kühlkörper. Einer oder mehrere Leuchtkörper sitzen asymmetrisch auf dem Masten.