Abschied nach 18 Jahren: Ein persönlicher Rückblick
Nach 18 Jahren als Geschäftsführer der Creative Industries Styria tritt Eberhard Schrempf mit Ende August 2025 in den Ruhestand. Das ist sein Abschieds-Statement.
© Miriam Raneburger

Nach 18 Jahren intensiver, inspirierender und unglaublich bereichernder Arbeit als Geschäftsführer der Creative Industries Styria ist nun für mich der Moment gekommen, in den wohlverdienten Ruhestand zu treten.

Wenn ich auf diese Jahre zurückblicke, erfüllt mich vor allem eines: Dankbarkeit. Dankbarkeit für ein starkes Team, für Partner:innen, Shareholder, Fördergeber:innen und vor allem für die Kreativen, die das Herz und die Seele unseres Netzwerks bilden. Gemeinsam haben wir ein einzigartiges Netzwerk aufgebaut, das Kreativität, Innovation und Wirtschaftskraft miteinander verbindet – und das die Steiermark weit über die Landesgrenzen hinaus sichtbar macht.

Ein Meilenstein, auf den ich besonders stolz bin, war die erfolgreiche Bewerbung der Stadt Graz zur UNESCO City of Design. Damit haben wir nicht nur die internationale Sichtbarkeit der Stadt gesteigert, sondern auch ein Zeichen gesetzt: Kreativität und Design sind strategische Faktoren für den wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Erfolg einer Region. Ebenso stolz bin ich auf die erfolgreiche Etablierung des Formats „Österreichische Designgespräche auf Schloss Hollenegg“, das nun schon seit zehn Jahren Designexpert:innen, Kreative und Entscheidungsträger:innen aus Wirtschaft und Politik zusammenbringt und die Diskussion über Innovation, Designstrategie und kreative Zukunftsthemen beflügelt.

Wir haben gemeinsam die Internationalisierung der steirischen Kreativwirtschaft vorangetrieben. Die Creative Industries Styria ist heute nicht nur national ein verlässlicher Impulsgeber, sondern international hoch anerkannt – mit hervorragendem Ruf, großer Reichweite und sehr hoher Akzeptanz. Projekte, Kooperationen und Teilnahmen an internationalen Konferenzen, Wettbewerben und Netzwerken zeigen: Die steirische Kreativwirtschaft ist global sichtbar, vernetzt und wettbewerbsfähig.

Ich erinnere mich an den ersten Designmonat Graz, als wir kaum wussten, wie groß das Interesse sein würde – heute hat das Festival insgesamt über eine Million Besucher:innen erreicht und mit 1.400 Programmpartner:innen gearbeitet. Ich denke an die Erlebniswelt Wirtschaft, die bis dato 4,5 Millionen Menschen die Chance gegeben hat, hinter die Kulissen der steirischen Wirtschaft zu blicken. Ich denke an die hunderten Vermittlungen über „Design to Business“, an 1.800 engagierte Mitglieder, die mit Blick auf 1.000 Calls und 10.000 Medienclippings Teil einer wachsenden Bewegung geworden sind.

All diese Zahlen erzählen eine Geschichte: von Mut, von Neugier, von gemeinsamer Entwicklung. Aber noch mehr erzählen sie von Menschen, die bereit sind, zu gestalten, zu verändern, zu verbinden. Ohne Creative Industries Styria wäre vieles davon unsichtbar geblieben – und die Steiermark hätte ein starkes kreatives Rückgrat verloren.

Die Relevanz unseres Netzwerks lässt sich (nach meinen 18 Jahren als Geschäftsführer) in 18 Punkten zusammenfassen, die für mich klar machen, warum es unverzichtbar ist:

 

01_Ohne kreative Netzwerke bleibt jeder für sich.

CIS bringt Kreative, Unternehmen, Forschung und Bildung zusammen – so entstehen Lösungen, die allein nie möglich wären.

 

02_Ohne Sichtbarkeit bleibt Leistung unsichtbar.

CIS sorgt dafür, dass die Leistungen der Kreativwirtschaft in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik gesehen und verstanden werden.

 

03_Ohne Brücken fehlt der Weg.

CIS verbindet Ausbildungsstätten wie FH JOANNEUM, TU Graz oder Ortweinschule mit Unternehmen – eine Pipeline für Innovation.

 

04_Ohne Austausch bleibt Wissen stecken.

CIS fördert den Dialog zwischen Disziplinen – von Design über Architektur bis Medien – weil Innovation Vielfalt braucht.

 

05_Ohne neue Impulse wird alles alt.

Formate wie der Designmonat Graz oder die Österreichischen Designgespräche machen die Steiermark zu einem international sichtbaren Zentrum für Zukunftsthemen.

 

06_Ohne Chancen verliert man Talente.

CIS schafft ein Klima, das junge Kreative im Land hält und ihnen Perspektiven gibt.

 

07_Ohne Design kein Profil.

Design macht Produkte, Dienstleistungen und Regionen unterscheidbar – CIS hilft, dieses Potenzial zu heben.

 

08_Ohne kreative Köpfe keine strategische Zukunft.

Viele der heutigen Schlüsselpositionen werden von Kreativen geprägt – CIS begleitet sie auf ihrem Weg.

 

09_Ohne internationale Verbindungen kein globaler Anschluss.

CIS vernetzt Graz und die Steiermark mit der Welt – als aktiver Knoten im Netzwerk der UNESCO Cities of Design.

 

10_Ohne Vermittlung bleibt Potenzial ungenutzt.

CIS übersetzt kreative Leistungen in wirtschaftlichen Mehrwert – sichtbar, anwendbar, wirksam.

 

11_Ohne Informationsarbeit kein Wissenstransfer.

Ein hochqualifiziertes Redaktionsteam bereitet täglich Wissen, Trends und Innovationen aus aller Welt für das Netzwerk auf – fundiert, aktuell und relevant.

 

12_Ohne Kommunikation keine Gemeinschaft.

CIS schafft Sichtbarkeit für alle, die Teil des Netzwerks sind – durch Plattformen, Medien, Veranstaltungen und persönliche Präsenz.

 

13_Ohne kreatives Klima keine gesunde Wirtschaft.

Innovationsfähigkeit entsteht nicht im luftleeren Raum – CIS sorgt für ein Klima, in dem Ideen wachsen und sich Märkte entwickeln können.

 

14_Ohne Kultur kein Fortschritt.

CIS versteht Design als Querschnittsmaterie, die weit über „schöne Dinge“ hinausgeht – es geht um Haltung, Verantwortung und Wandel.

 

15_Ohne Querdenken keine Lösungen.

CIS ermöglicht Perspektivenwechsel – ein essenzielles Werkzeug für Transformation in allen Wirtschaftsbereichen.

 

16_Ohne Vertrauen kein Wagnis.

CIS gibt kreativen Projekten Raum, auch mal neue Wege zu gehen – abseits des rein ökonomischen Denkens.

 

17_Ohne das Netzwerk kein gemeinsames Wachstum.

Der kreative Sektor ist über Jahre gewachsen – in Qualität, in Unternehmen, in Beschäftigung, in Wertschöpfung. Dieser Impact trägt die gesamte Steiermark mit.

 

18_Ohne CIS bliebe vieles unsichtbar – bis es fehlt.

Die wirkliche Relevanz erkennt man oft erst, wenn sie nicht mehr da ist. Institutionen wie CIS sind systemrelevant – als Möglichmacher:innen, Gestalter:innen und Impulsgeber:innen.

 

Ich gehe mit dem tiefen Gefühl, dass die Creative Industries Styria auf einem starken Fundament steht: mit einem Team, das Expertise in Kreativwirtschaft, Designmanagement, Kommunikation, digitalen Services und Internationalisierung vereint; mit Partner:innen, die Mut haben, neue Wege zu gehen; und mit einer Vision, die Menschen inspiriert, Märkte verändert und die Steiermark als Kreativstandort stärkt.

Danke an alle, die diese Reise möglich gemacht haben – für die Zusammenarbeit, die Ideen, die Unterstützung und das Vertrauen. Es war mir eine Ehre, dieses Netzwerk aufzubauen, zu begleiten und zu erleben, wie es die Region, die Menschen und die Wirtschaft nachhaltig verändert.

Mit herzlichen Grüßen
Eberhard Schrempf