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Design
Food Design - von der Funktion zum Genuss
... von der Funktion zum Genuss
Die Autoren Sonja Stummerer und Martin Hablesreiter bekräftigen in ihrer mehrfach ausgezeichneten Hommage an die Kunst Essen zu gestalten, dass sich Design an Lebensmitteln schon seit Jahrhunderten belegen lässt:
Für das Buch "Food Design. Von der Funktion zum Genuss" wurden zahlreiche Beispiele recherchiert. Z.B. warum die Gestaltung von Fischstäbchen mit Fisch rein gar nichts mehr zu tun hat: die Transportmöglichkeiten könnten ursächlich für die Form verantwortlich sein, obwohl die Vermutung, dass Kinder eher die "fischferne" Variante bevorzugen, näher liegt. Im Übrigen scheint die Entfremdung Erfolgsgeheimnis für einige unserer essbaren Designklassiker zu sein: Oder denkt tatsächlich jemand bei Ketchup an Tomaten? Oftmals werden Form und Funktion aber auch in Abhängigkeit zu Kombinationsmöglichkeiten gestaltet, wie etwa der viereckige Schinken, der zwischen zwei Toastscheiben passen soll und mit einem Schwein nur noch schwer in Verbindung zu bringen ist. Ähnlich verhält es sich mit der allseits beliebten Wurstsemmel, in der laut Martin Hablesreiter "sehr viel Design steckt": Sie sein ein gutes Beispiel dafür, dass ein Nahrungsmittel in Abhängigkeit zu einem anderen Nahrungsmittel entwickelt wurde und, dass die technologischen Fortschritte großen Einfluss haben. So war die Wurstform Jahrtausende lang von den Gedärmen abhängig, in die sie eingefüllt wurde. In den 70er Jahren wurde dann ein Kunstdarm entwickelt, der in weiterer Folge die Normierung der Wurstdurchmesser ermöglichte und die Größe der Extrawurst wurde auf 90 Milimeter Radius festgelegt, sodass sie genau in eine "Kaisersemmel" passt.
Eines der ältesten Beispiele für Food Design ist laut Sonja Stummerer der Striezel oder Zopf, der als symbolische Opfergabe aus Brotteig bis in die Gegenwart seine Gestalt kaum verändert hat:
"Der Zopf geht zurück auf das in der Antike übliche Haaropfer. Man schnitt sich die Haare ab und brachte sie als Opfergabe dar. Aus dieser Form hat sich der Striezel als Ersatz für das Haaropfer entwickelt."
Die Autoren zeigen bilderreich wie Form, Farbe, Geruch, Konsistenz, Geräusch, Herstellungstechnik aber auch Mundgerechtigkeit und natürlich auch Geschichte das Design von Lebensmitteln beeinflussen.
Sonja Stummerer und Martin Hablesreiter studierten beide bei Hans Hollein an der Universität für angewandte Kunst in Wien, sowie an der Architectural Association in London und in Barcelona Architektur und Design. Ihre umfassende Kenntnisse über japanisches Food Design verdanken sie nicht zuletzt ihrer einjährigen Mitarbeit im Atelier von Arata Isozaki in Tokio. Unter dem label honey&bunny haben sie ein interdisziplinäres Atelier in Wien gegründet.
Food Design - von der Funktion zum Genuss ist im Springer Verlag erschienen und wurde mit dem World Cookbook Award 2005 und zweifach beim International Gourmet Voice Festival in Cannes 2006 ausgezeichnet.
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