CIS Leitprojekt
UNESCO - City of Design
Die Stadt Graz hat sich bei der UNESCO als „City of Design“ beworben. Die offizielle Bewerbung wurde am 28. Juli 2009 der UNESCO übermittelt, das Magazin „Wir bewerben uns“ steht ab 31. Juli 2009 auch der Öffentlichkeit zum Nachlesen zur Verfügung. Es enthält den vollständigen Bewerbungstext und zeichnet auf 230 Seiten mit über 350 Bildern eine Momentaufnahme der Stadt, die eindrucksvoll ihr kreatives Potenzial unter Beweis stellt und selbstbewusst als UNESCO „City of Design“ kandidiert.
Initiiert wurde die Bewerbung von Wirtschafts- und Innovationslandesrat Dr. Christian Buchmann und Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl, die beide den Aufbau der Kreativwirtschaft massiv unterstützen. Den Grundstein dazu legte das Wirtschaftsressort des Landes durch die
Gründung und den Betrieb der Creative Industries Styria GmbH, die mit der Ausarbeitung der Bewerbung beauftragt wurde. Für die Stadt Graz und den Wirtschaftsstandort Steiermark steht das Thema „Design“ zukünftig ganz weit oben in der Agenda, denn die Bewerbung ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung der Region hin zu einer noch stärkeren internationalen Positionierung und Vernetzung.
Graz im Netzwerk kreativer Städte
Die Positionierung einer Stadt bzw. einer Region als Marke wird immer wichtiger. Graz hat sich in den letzten Jahrzehnten als moderne Kulturstadt mit hoher Lebensqualität positioniert und mit der Forcierung zahlreicher kultureller Aktivitäten und Institutionen schließlich im Jahre 2003 erfolgreich als Kulturhauptstadt Europas präsentiert. Die Bewerbung der Stadt Graz zur UNESCO Creative City ist daher eine logische Folge dieser Entwicklung: sich weiterhin als ein „kreatives Zentrum Europas" gezielt im internationalen Wettbewerb der Städte und Regionen zu profilieren – mehr Emotionen zu wecken und an der Entwicklung des eigenen Lebensraumes (im internationalen Netzwerk unter breiter Beteiligung und hoher Sensibilität im Umgang mit der Qualität des Standortes) kontinuierlich weiter zu arbeiten.
Seit 2004 können sich Städte aus aller Welt um die Aufnahme in das Creative Cities Network der UNESCO bewerben.
Das weltweite Netzwerk der Creative Cities der UNESCO soll die Entwicklung vorhandener Potenziale erleichtern, die heimische und internationale Entwicklung von kulturellen Erzeugnissen begünstigen, zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt fördern. Aktuell gibt es sechs Städte, die sich „City of Design“ nennen: Berlin (D), Buenos Aires (ARG), Montréal (CAN), Kobe (JP), Nagoya (JP), Shenzhen (China)
Damit könnte die Stadt Graz Mitglied in einem internationalen UNESCO-Netzwerk der kreativen Städte werden, das zahlreiche Synergieeffekte für die Stadt, ihre Bewohnerinnen und Bewohner und für die Kreativwirtschaft mit sich bringt.
Graz als Motor der Kreativwirtschaft
Kreativwirtschaft ist einer der zentralen Bestandteile der wirtschaftlichen Entwicklung einer Region. Die steirische Landeshauptstadt weist auf diesem Feld ein enormes Potenzial auf: Die Branchen der Kreativwirtschaft erwirtschaften im Großraum Graz 1,5 Milliarden Euro an Bruttowertschöpfung, das entspricht einem Anteil von 14 % an der gesamten Wertschöpfung. Rund 40.000 Arbeitsplätze in der Steiermark zählen zum Bereich Kreativwirtschaft, und die Tendenz ist weiter steigend.
Die Entscheidung, Graz als „City of Design“ zu positionieren, erfolgte vor dem Hintergrund idealer Rahmenbedingungen, denn Graz verfügt über hervorragende Voraussetzungen, um die Themen Design und Kreativität noch stärker zu positionieren und daraus einen ökonomischen Mehrwert abzuleiten. Im Bereich der Architektur (Stichwort „Grazer Schule“) etwa kann Graz auf jahrzehntelange Erfahrungen im Umgang mit Design und Gestaltung des Stadtraumes zurückgreifen. Darüber hinaus bietet Graz als Universitätsstadt mit über 40.000 Studierenden ein Klima der Offenheit, das den Umgang mit Neuem und Unkonventionellem fördert. Zusätzlich ist die FH JOANNEUM mit ihren Studiengängen Industrial Design, Ausstellungs- und Museumsdesign, Media and Interaction Design sowie Informationsdesign ein besonderer Anziehungspunkt für junge Menschen, die eine berufliche Laufbahn im Bereich Design und Kreativwirtschaft anstreben. Graz besitzt damit ideale Eigenschaften, um künftig zu einem europäischen „Epizentrum“ der Creative Economy zu werden.
Ziele des Creative Cities Network der UNESCO
Das von der UNESCO im Rahmen der weltweiten Allianz für kulturelle Vielfalt etablierte Netzwerk “Creative Cities” soll
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die Entwicklung vorhandener lokaler Potenziale erleichtern
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die heimische und internationale Vermarktung von kulturellen Erzeugnissen begünstigen
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Zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und
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die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung fördern.
Die Auszeichnung der UNESCO wird in den folgenden Bereichen vergeben: Literatur, Film, Musik, Volkskunst, Design, Medienkunst und Gastronomie. Mit einer erfolgreichen Bewerbung könnte Graz in das Netzwerk der kreativen Städte aufgenommen werden und damit Mitglied in einem exklusiven Städtebund werden, dem bislang folgende Städte angehören:
Berlin, Deutschland - City of Design
Buenos Aires, Argentinien - City of Design
Montreal, Kanada - City of Design
Kobe, Japan - City of Design
Nagoya, Japan – City of Design
Shenzhen, China – City of Design
Popayan, Kolumbien - City of Gastronomy
Santa Fe, New Mexico, USA - City of Folk Art
Assuan, Ägypten - City of Folk Art
Sevilla, Spanien - City of Music
Bologna, Italien - City of Music
Glasgow – City of Music
Melbourne – City of Literature
Edinburgh, Großbritannien - City of Literature
Iowa City – City of Literature
Lyon – City of Media Art
Kriterien der Aufnahme
Die UNESCO erwartet von einer künftigen „City of Design“ eine Reihe von Voraussetzungen, wie etwa eine lebendige Designbranche, eine Kulturlandschaft mit starken Impulsen im Bereich Design und moderner Architektur, ein charakteristisches Stadt-Design, moderne Design-Ausbildungsstätten und natürlich Kreative und Gestalter, die lokal und international tätig sind. Graz erfüllt diese Kriterien, denn Design ist in der Stadt zu einem wichtigen Thema geworden – und auch zu einem wesentlichen Wirtschaftsfaktor (2006: 1,5 Milliarden Euro an Bruttowertschöpfung).
Allgemeine Kriterien für Creative Cities
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Politische und finanzielle Unterstützung
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Tradition im ausgewählten Bereich (Leistungen, Geschichte,…)
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Starke, moderne Kreativszene
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Bestehende Wirtschaftszweige (Verlage, Produktion, touristische Infrastruktur, etc.)
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Infrastruktur (Bibliotheken, Archive Forschungseinrichtungen, etc.)
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Internationalität
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Aus- und Weiterbildung (Schulen, Förderunen, internationales Kulturangebot)
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Öffenliche Awareness
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Wissenstransfer (bestehende Netzwerke, Internationalisierung, etc.)
Thematische Kriterien für eine City of Design
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etablierte Designbranche
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Kulturlandschaft mit starken Impulsen von Design und moderner Architektur
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Charakteristisches Stadt-Design (öffentliche Plätze, Busse, Züge, Trafiken, Bänke, Mülleimer, Straßenbeleuchtung, Brunnen, Gärten, etc.)
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Moderne Design-Schulen
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Kreative und Gestalter, die lokal und international tätig sind
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Traditionelle Messen, Ausstellungen und Events zum Thema Design
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Gelegenheit für in der Stadt geborene Designer und Stadtplaner, Vorteile aus den örtlichen
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Materialien und Gegebenheiten zu ziehen
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Markt für Design-Sammler
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Städte, die nach einem koordinierten Plan für Stadt-Design und Stadtentwicklung gestaltet wurden
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Wirtschaftsbereiche mit starkem Design-Bezug: Schmuck, Möbel, Bekleidung, Interieur etc.
Mehr als ein Titel – Was bringt „City of Design“ der Stadt Graz und den Grazerinnen und Grazern?
Eine erfolgreiche Bewerbung bringt für die Stadt und die Menschen eine ganze Reihe an Vorteilen, die weit über die bloße Förderung der Kreativwirtschaftsszene hinausgehen. Es sind insbesondere starke wirtschaftliche und touristische Impulse zu erwarten, die das Standing von Graz als attraktive und smarte City weiter stärken.
Hinter der Bezeichnung „City of Design“ verbirgt sich kein klassischer „Titel auf Zeit“, sondern vielmehr eine Lebenshaltung: Design, Kreativität und schöpferische Vielfalt sollen verankert werden und in der städtischen Agenda ganz oben stehen. Das kreative Potenzial und die daraus resultierende wirtschaftliche Dynamik rücken die Stadt ins Zentrum des internationalen Interesses, was die Attraktivität des Standorts nachhaltig steigert. Daraus könnte ein starker Impuls für die Kreativwirtschaft und für den Tourismus erzielt werden.
Eines muss jedoch auch klar gesagt werden: „City of Design“ ist kein reiner „Titel“ und dient nicht der Imagepolitur. „City of Design“ ist eine gelebte Haltung und Ausdruck einer urbanen Kultur, die die bewusste Gestaltung von Lebensraum als zentralen Wert ansieht. Design soll in allen Lebensbereichen sicht- und spürbar werden, und zwar nicht als rein ästhetischer Faktor, sondern als wichtiges Element, das die Umwelt und den Alltag für die Menschen einfacher und lebenswerter macht.
Die Rolle der Creative Industries Styria
Die Creative Industries Styria GmbH fungiert im Rahmen von „City of Design“ nicht nur als Bewerbungsmanagerin, sondern auch als Drehscheibe und Vernetzungspartner zwischen Wirtschaft und kreativer Szene sowie als Koordinatorin der „City of Design“-Aktivitäten. Mit den Akteurinnen und Akteuren der Creative Economy (ThinkTanks mit 70 VertreterInnen aus unterschiedlichen Disziplinen) wurde von Anbeginn ein intensiver Dialog geführt, mit dem Effekt, dass die Bewerbung einen starken Rückhalt in der Kreativszene selbst hat – ein Bewerbungskriterium der UNESCO. Die Arbeiten an den Bewerbungsunterlagen sind abgeschlossen und eine Abgabe erfolgt Ende Juni in Paris.
Die auf Initiative von Wirtschaftslandesrat Dr. Christian Buchmann 2007 ins Leben gerufene Netzwerkorganisation Creative Industries Styria will Bewusstsein für den kreativen Sektor auf regionaler und internationaler Ebene schaffen. Als aktive Mitgestalterin des Strukturwandels hin zu einer Wissensgesellschaft initiiert und koordiniert sie Initiativen und Schlüsselprojekte der Creative Industries und ist Ansprechpartnerin für Unternehmen der Creative Economy. Gesellschafter sind die Innofinanz/Steirische Wirtschaftsförderung SFG (80%), die Industriellenvereinigung Steiermark (5%) sowie die Wirtschaftskammer Steiermark (5%) und die Stadt Graz (10%).
