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Das Siegerposter | Paul Scherübl |
Posterdesign-Wettbewerb
CODE
Wanderausstellung: ab 6. Juni 2011 (Centre de Design UQAM, Montreal)
Danach in St. Etienne und Graz
Wie Kreative ihre City of Design sehen
Ein Posterwettbewerb der UNESCO Cities of Design mit dem Titel „CODE“ hat die Frage gestellt, mit welchen Symbolen, Formen, Farben und Geschichten Kreative ihre jeweilige City of Design beschreiben würden. Eine Jury hat aus den Einreichungen nun jene fünf Grazer Entwürfe ausgewählt, die zusammen mit den Arbeiten der anderen Städten in einer Wanderausstellung in Cities of Design gezeigt werden.
Der Grafikdesigner Paul Scherübl konnte die Jury in Graz überzeugen. Mit seinem Entwurf ging er als Sieger des Wettbewerbs hervor, der in den zehn Cities of Design Berlin, Buenos Aires, Kobe, Montreal, Nagoya, Shanghai, Shenzen, Seoul, St. Etienne und Graz ausgeschrieben wurde. „Die Poster sollen veranschaulichen, was diese Städte schon immer einzigartig gemacht hat, was sie einzigartig macht und auch in Zukunft einzigartig machen wird“, erklärt Mag. Eberhard Schrempf, Geschäftsführer der Creative Industries Styria (CIS).
Scherübels Arbeit stach durch die Andersartigkeit heraus. Der künstlerische Zugang seiner Arbeit, die originäre Illustration gefiel der Jury so gut, dass dies mit dem Hauptpreis belohnt wurde. Vier weitere Finalisten wurden als die Auswahl der besten Arbeiten ausgewählt. Für Scherübl bedeutet City of Design vieles, aber auch nichts. Sein Entwurf bezieht sich auf alles Mögliche und auf nichts Konkretes. „Der unscharfe, flüchtige Blick zeigt einem oft mehr als die genaue Untersuchung. Und da haben wir schon den Code“, erklärt er.
Dieser Wettbewerb war das erste Projekt, das von allen 10 UNESCO Cities of Design gemeinsam durchgeführt wurde. Teilnahmeberechtigt waren Grafikdesigner, Illustratoren und Fotografen, die in der jeweiligen City of Design leben. Insgesamt 49 heimische und internationale Arbeiten gingen bei der Creative Industries Styria ein. Neben Einreichern aus Graz haben vor allem japanische Kreative auf den Call vor Entries reagiert. Die Jury hatte die Aufgabe, bis zu 10 Poster bzw. einen Gewinner/eine Gewinnerin des Hauptpreises aus den eingereichten Arbeiten auszuwählen. Diese maximal zehn besten Entwürfe werden gemeinsam mit den besten Arbeiten aus den anderen Cities of Design in einer Ausstellung zusammengefasst, die ab 6. Juni 2011 im Centre de Design UQAM in Montreal und in weiterer Folge in St. Etienne und Graz gezeigt wird. (Die Ergebnisse der bereits durchgeführten Wettbewerbe waren 2010 in Shanghai, Nagoya, Kobe, Buenos Aires, Berlin und Shenzhen zu sehen.)
Die Jurymitglieder:
Catherine Rollier (Juryvorsitz, FH Joanneum)
Severin Filek (design austria)
Josyane Franc (Cité du Design, St. Etienne)
Mike Fuisz (moodley brand identity)
Bernd Maier (Rubikon)
> Die besten Arbeiten aus den anderen Cities of Design
Die besten Arbeiten aus Graz und ihre Beschreibungen:
Paul Scherübl
Graz ist schön. Schön, weil es das Kunsthaus hat und Punks am Hauptplatzbrunnen. Schön, weil Herms Fritz und Industrial Design hat. Schön, weil sich im Forum Stadtpark Wolfgang Bauer in unsere Herzen geschweinigelt hat und man in mediterranem Flair an Juweliergeschäften vorbeiflanieren kann. Aber konkret? Konkret bedeuten tut das nichts. Graz ist nicht im Kunsthaus City of Design und nicht im Schloss Eggenberg. Nicht im Forum Stadtpark oder an der FH. Genau dieser sanfte Widerstand, mit dem sich Graz dagegen wehrt, dass man mit dem Finger auf einen Punkt zeigen kann und sagen: „Hier! Hier ist Graz City of Design! Hier ist es schön!“ bietet die Rechtfertigung für diese Auszeichnung.
Und das Poster? Das Poster ist schön. Aber auch nicht. Es bezieht sich auf alles Mögliche und auf nichts konkret. Der unscharfe, flüchtige Blick zeigt einem oft mehr als die genaue Untersuchung. Und da haben wir schon den Code.
Simon Cazzanelli
Ein Code ist jener Schlüssel, mit dem wir unsere Umwelt begreifen und erfassen. In einer Gesellschaft, in welcher es nur noch um Richtig oder Falsch, um Links oder Rechts, Schwarz oder Weiß geht, kommt es auf die feinen Facetten und Farbnuancen dazwischen an. Eine »City of Design« lässt sich schwer mit einem Schlagwort definieren noch mit einer Zahl quantifizieren. Dasselbe gilt für eine visuelle Aufschlüsselung, denn diese kann nur funktionieren wenn auch jedes kleinste Element und jedes noch so wichtige Detail berücksichtigt wird. Die Farbe Grün ist vielseitig interpretierbar: von der grünen Steiermark über die Nachhaltigkeit von Design bis hin zu einer lebendigen und »grünen« Stadt wie Graz. Das Alphabet wurde mittels eines Farbrasters codiert und zeigt abschließend am unteren Rand den Spruch »Graz UNESCO City of Design« im Strichcode. Die Gestaltung des Plakats wirkt klar und strukturiert, beides Charakteristiken die für einen Code unumgänglich sind.
Matthias Kampitsch
Als nicht Ur-Grazer war für mich der Schlossberg mit dem Uhrturm immer schon das Highlight in Graz. Die Aussicht, die man am Schlossberg genießt, ist einzigartig. Der Uhrturm steht seit vielen Jahrhunderten wachend über Graz. Die Grazer orientieren sich an ihm, nicht nur um die Zeit abzulesen. Ich denke auch, dass die Grazer stolz sind auf ihr Wahrzeichen. Unter Designern ist es zwar teilweise verpönt, "schon wieder den Uhrturm" zu porträtieren oder illustrieren, aber für mich ist der Uhrturm der heimliche König von Graz. Deswegen galt bei der Erstellung meines Posters für CODE die ganze Aufmerksamkeit nur dem Uhrturm. Er ist das Symbol, mit dem Graz auch fernab der Stadtgrenzen identifiziert wird.
Manuel Platzer
Ein CODE muss nicht immer verschlüsselt, sondern vielmehr eindeutig und für jeden zugänglich sein. In meinem Grundkonzept beschäftige ich mich mit der Komplexität und der Vielfältigkeit der Stadt Graz. Dabei stellte sich heraus, dass Graz sehr viel zu bieten hat und so ergab sich die Visualisierung der Komplexität in Form eines Wimmelbildes. Ein wesentlicher Teil bestand in der Aufgabe, passende Elemente bzw. Sehenswürdigkeiten auszuwählen: den Uhrturm, den steirischen Panter, das Stadion, das Kunsthaus, die Karl-Franzens-Universität, die Oper, die Murinsel, die Straßenbahn und das Grazer Liniennetz. Beim Farbkonzept habe ich mich für die Farben des Wappens der Stadt Graz entschieden, nämlich Grün, Rot und Gelb.
Ausschlaggebend war, dass das steirische Landeswappen ebenfalls diese Farben trägt und somit ein Bezug auf die vielen Pendler in der Hauptstadt gegeben ist. Als zentrale Farbe wählte ich Gelb da der Panter im Wappen ebenfalls eine gelbe bzw. goldene, dreiblättrige Laubkrone trägt und als Symbol für Macht bzw. Herrschaft steht.
Tomislav Bobinec
Für mich ist ein Code ein System von definierten Symbolen, die in verschiedenen Anordnungen verschiedene Sachen oder Sachverhalte repräsentieren und rasch kommunizieren. Auch Graz hat für mich einen Code, der in diesem Entwurf systematisiert und graphisch vorbereitet ist und erklärt, wie Design in Graz entsteht. Die Stadt selbst, mit ihren Orten der Kommunikation und des Dialoges, den Wegen und Straßen, die diese Orte verbinden, sind die Grundsymbole, gemeinsam mit der Mur, die selbst als ein Code für die sich mit den in ihr lebenden Menschen verändernde Stadt gesehen werden kann. Natürlich wird die Stadt von allen, die in ihr leben, anders gesehen: Für Architekten sind andere Orte wichtig als für Politiker, Künstler benützen die Straßen anders als Straßenbahnfahrer - aber nur im Zusammenspiel aller verschiedenen Kapazitäten einer Stadt wie Graz entsteht Design, das funktioniert. Das ist hier durch die verschieden stark hervorgehobenen Symbole und durch ihre unterschiedliche Anordnung zueinander ausgedrückt - die verschiedenen „Perspektiven“ einer Stadt sind zusätzlich in jeweils anderen Farben dargestellt: Die Farben codieren so als funktionelle Elemente verschiedene Branchen der Stadt, die sich am Design-Prozess beteiligen.
Das UNESCO Creative Cities Network (UCCN)
...wurde im Oktober 2004 ins
Leben gerufen. Es vernetzt Städte, die ihre lokale Kreativszene promoten
möchten, an die Mission der UNESCO im Hinblick auf die Förderung
kultureller Vielfalt glauben und Erfahrungen, Ideen und Best Practices
zur kulturellen, sozialen und ökonomischen Entwicklung austauschen
wollen. Bisher wurde vom UCCN 10 Städten die Mitgliedschaft als UNESCO
Cities of Design zuerkannt: Berlin, Buenos Aires, Kobe, Montreal, Nagoya, Schanghai, Shenzhen, Seoul, St. Etienne und Graz.
Die Ausschreibung zum Nachlesen
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
Creative Industries Styria GmbH
Barbara Tscherne
Marienplatz 1, A-8020 Graz
T: +43 316 890 598 19
E: barbara.tscherne(at)cis.at
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