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CI-Convention 2012 | (c) Andreas Hirsch |
CI-Convention 2012
Nation Branding
9. Februar 2012 | 19.30 Uhr
Foyer der Helmut-List-Halle, Graz
Branding Nations, Regions and Cities
Bei der fünften Creative Industries Convention 2012 begeisterte Keynote Speaker Wally Olins mit seinem Vortrag über „Nation Branding“ rund 450 Gäste aus der Kreativwirtschaft in der Helmut-List-Halle.
VIDEO DER KEYNOTE SPEECH VON WALLY OLINS >
VORTRAG ALS DOWNLOAD (komprimiert auf 10 MB) >
Keynote-Speaker Wally Olins:
„Die Marke ist es, die eine Nation ausmacht – nicht umgekehrt“.
Die Financial Times nannte ihn „the world’s leading practitioner of branding and identity“. Der Gründer von Wolff Olins und derzeitige Vorstand und Mitbegründer von Saffron Brand Consultants war Berater vieler führender Unternehmen der Welt, wie 3i, Renault, Repsol, BT, Volkswagen, Tata und Lloyd’s of London. Er arbeitete mit zahlreichen Ländern, Regionen und Städten, darunter unter anderem Großbritannien, die Niederlande, Portugal und Polen oder auch seine Heimatstadt London. Zu den Kunden von Saffron gehören neben internationalen Konzernen auch Raiffeisen und A1. Unter seinen ersten Kunden waren die Beatles, deren Plattenetiketten er mit Äpfeln bedrucken ließ und empfahl, das Plattenlabel Apple Records zu nennen. Jahrzehnte später taufte Olins ein britisches Telekom-Unternehmen Orange.
Olins ist Autor mehrerer sehr erfolgreicher Bücher, unter anderem das wegweisende Werk über “Corporate Identity”, das in 20 Sprachen übersetzt wurde, oder “Wally Olins on B®and”. Er lehrte und arbeitete an mehreren führenden Wirtschaftshochschulen und -universitäten, wie der Saïd Business School der Oxford University, an der Universität Lancaster und der Kopenhagener Business School.
Wally Olins über Nation Branding:
Obwohl es bis heute niemandem gelungen ist, den Begriff “Nation” genau zu definieren, erkennen wir “die Nation”, wenn wir sie sehen.
In seinem Vortrag holte er weit aus und ging auf geschichtliche Entwicklungen der letzten zwei Jahrhunderte ein, die letztendlich dazu führten, dass es heute für die existierende Vielzahl von Nationen immer wichtiger wird, sich zu positionieren, die eigene Identität zu finden und diese auch zu vermarkten. Die Idee der Nation wurde zu einem dominanten Konzept, das aus dem heutigen Weltbild praktisch nicht mehr wegzudenken ist. Die Nation spricht die Sprache der Ökonomen und verlangt nach mehr Tourismus, mehr Investitionen und mehr Export.
Reputation ist der Schlüssel zum Erfolg.
Ganz klar bringt ein besserer Ruf einem Land oder einer Region mehr Touristen, Exporte und Investitionen. Nation Branding (oder auch City Branding) ist eine wirtschaftliche Notwendigkeit, es ist aber auch sehr umfassend. Markenbildung bei Produkten ist einfacher, da gibt es einen Verantwortlichen, der definiert, welches Ergebnis er haben möchte. Große Veränderungen brauchen aber viel mehr Zeit, als einzelne Politiker haben, um etwas zu verändern.
Auf die Frage, wie Österreich seiner Meinung nach wahrgenommen wird, antwortete er: "In den deutschsprachigen Ländern kennt man Österreich natürlich gut. Weiter weg sieht es schon anders aus. Man kennt "The Sound of Music", Mozart, Klimt und Schiele - vor allem historische Namen. Fragt man aber nach dem aktuellen Eindruck, den Österreich in der Welt macht, fällt die Antwort sehr bescheiden aus." Er rät zu einer Imagepolitur und einer Neubewertung des Stellenwerts in Hinblick auf die Lage in Zentraleuropa und die Beziehungen zu den Nachbarländern. Die Zukunft von Städten wie Graz hängt seiner Meinung nach sehr stark davon ab, wie sie sich nach außen, für Touristen, Investoren und Talente, präsentieren. Ergänzend sagte er, dass das die Art und Weise, wie sich die Stadt Graz bzw. die Steiermark entwickelt und nach außen hin präsentiert, durchaus positiv wahrgenommen wird und man am richtigen Weg sei.
Nation Branding ist im Wettbewerb der Regionen in Europa auch für die Steiermark ein wichtiges Thema, das in Zukunft in der Standortwahl und für die Rolle als Benchmark einer wissensbasierten Produktionsgesellschaft entscheidend sein wird. Der Kreativwirtschaft fällt dabei die Querschnittsfunktion in Bezug auf die Stärkung der Innovationsprozesse von Unternehmen durch Design als ganzheitlichen Gestaltungsprozess für Produkt- und Dienstleistungsinnovationen zu.
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